Juni 2017

Liebe Verwandte, Freunde und Interessierte unserer Projekte in Ghana,

zuerst möchte ich vom Stand des Projekts Gesundheitszentrum berichten: Nachdem unser Mitarbeiter Dr. Michael Ainooson bei Überprüfung der Arbeiten auf der Baustelle Unregelmäßigkeiten des verantwortlichen Architekten und Bauleiters feststellen musste, hat er ab Dezember den Einkauf der Baumaterialen, die Auswahl der Handwerker und Leitung der Baustelle selbst übernommen. Wochentags, wenn Dr. Ainooson an der Universität in Legon unterrichtet, wird die Baustelle von einem Vorarbeiter beaufsichtigt, der sich als kompetent und zuverlässig erwiesen hat. So konnten wir zwar nicht unseren vorgesehenen Zeit-, aber dafür umso besser den Kostenplan einhalten und dank Eurer Unterstützung gute Fortschritte erreichen: Das Dach ist gedeckt, Wasser-, Elektro­leitungen und sanitäre Vorrichtungen sind installiert, der aus Sicherheitsgründen in Ghana dringend erforderliche Zaun um das Grundstück ist errichtet, die ersten Bäume sind gepflanzt. Zurzeit werden die Fenster eingebaut und die Böden gefliest.

Wir hoffen, dass das Gesundheitszentrum ab September seinen Betrieb aufnehmen kann und die mehr als 120 000 Bewohner des Distrikts Abura-Asebu-Kwamankese an der Küste außerhalb von Takoradi zum ersten Mal bei Krankheit einen Arzt in ihrer Nähe aufsuchen können. Weil die ärztliche Versorgung insbesondere von Kindern auch in den angrenzenden Distrikten sehr schlecht ist – für eine einfache Voruntersuchung fahren Eltern mit ihrem Kind (falls sie sich die Fahrt leisten können) in die 150 km entfernte Hauptstadt Accra – wird Kinderheilkunde der Schwerpunkt unseres Zentrums sein. Durch rechtzeitige Diagnose und Therapie können wir vielen Kindern akut helfen und dazu beitragen, irreparable Spätfolgen zu vermeiden. Bitte helft uns dies in unserem Gesundheitszentrum Wirklichkeit werden zu lassen. Ein Ultraschallgerät wurde bereits gespendet. Eure Hilfe benötigen wir für:

– die Einrichtung der Klinik mit Betten und Untersuchungsliegen

– Medikamente, Material zur Wundversorgung

– ein Mikroskop und andere diagnostische Geräte der Grundversorgung

Mit den leitenden Ärzten des nächst gelegenen Lehrkrankenhaus der Universität von Cape Coast haben wir bereits Kontakt aufgenommen und eine enge Kooperation sowohl bei der Patientenversorgung wie auch bei dem geplanten Allergieforschungsprojekt des Helmholtz Zentrums München vereinbart, das dafür Anfang Juli einen Professor nach Ghana sendet.

Wasser ist ein Gut, das in Ghana keineswegs jeden Tag selbstverständlich und ausreichend Mensch und Tier zur Verfügung steht. Während im Norden die Bauern immer öfter vergeblich auf Regen hoffen, ist in Takoradi eine der Hauptursachen für den Wassermangel Gold, das in den zahlreichern Gewässern der Western Region gefunden wird. Bagger befördern den Boden ganzer Flüsse auf floßähnliche Boote, wo er nach Gold abgesucht und dann wieder zurückgespült wird. Auf diese Weise wird so viel Schlamm hochgewirbelt, dass das zuvor klare Wasser der Bäche und Flüsse als dicke braune Brühe zurückbleibt, in der Pflanzen und Tiere nicht überleben können und die von den Wasserwerken nicht mehr ausreichend gereinigt werden kann und Wasserfilter und -leitungen verstopft. Diese Art des Goldabbaus ist illegal, aber die dafür erforderliche Ausrüstung wird so günstig aus China verkauft, dass es für viele Ghanaer und Arbeitsuchende aus dem Ausland eine erschwingliche Investition mit Hoffnung auf Erfolg ist.

Dank einer großzügigen Spende konnten wir dazu beitragen, die zuvor katastrophale Wasserversorgung der großen Internatsschule mit 2500 SchülerInnen gleich gegenüber unserem zukünftigen Gesundheitszentrum nachhaltig zu verbessern: mit einem Brunnen und einer Pumpe, die das Wasser zu der auf einem Hügel gelegenen Internatsschule pumpt, so dass die SchülerInnen nicht mehr Wasser in Eimern für die sanitären Einrichtungen und Küche anschleppen müssen, sowie einem Wasserspeicher für die nicht seltenen Zeiten ohne ausreichende Wasserversorgung aus dem Brunnen. Auch in unserem Gesundheitszentrum werden wir einen solchen Wassertank dringend benötigen.

Wie beim oben beschriebenen Projekt „Wasser für die „Aggrey Memorial School“, bei dem sich ein Komitee aus Eltern und ehemaligen Schülern seit mehr als einem Jahr mit Spendenaktionen und – leider erfolglosen – Beschwerdebriefen an die Regierung für die Verbesserung der Wasserversorgung eingesetzt hatte, haben wir uns auch mit dem Projekt „Bücher für Kinder“ entschieden, eine bereits entstandene Initiative zu unterstützen, die sich u.a. um den Aufbau einer Bücherei in der St. Francis Schule bemüht. Kinder und LehrerInnen haben sich über die englischsprachigen Bücher aus privaten Spenden sowie der Internationalen Kinder- und Jugendbücherei München ebenso gefreut wie über das gespendete Spielmaterial für den an die Schule angeschlossenen Kindergarten.

Sister Ayi verkauft in einem kleinen Laden Wasser, Saft und andere gekühlte Getränke. Weil sie ihr Einkommen regelmäßig mit mittellosen älteren Menschen teilt, haben wir die Hälfte der Kosten für einen neuen Kühlschrank übernommen.

Wieder hat eines unserer „Patenkinder“ erfolgreich seine Berufsausbildung beendet: Anti ist seit kurzem ausgebildete Hebamme und absolviert in einem Krankenhaus auf dem Land ihr „Freiwilliges Jahr“, das in Ghana für viele Berufsanfänger Pflicht ist.

Auf unserer Internetseite www.ghana-freunde-takoradi.de könnt ihr euch laufend über die Fortschritte des Klinikbaus und sonstige Neuigkeiten informieren. Am 27.10.17 um 19.30 halte ich im Gemeindezentrum St. Xystus, Kolpingweg 16 in Erlangen einen Vortrag mit Bildern über das Leben und unsere Projekte in Ghana.

Vielen Dank für Eure Geduld und Bereitschaft zu helfen! Ich wünsche Euch noch einen wunderschönen Sommer.

Mit vielen Grüßen

Anne


Alle Informationen und Bilder finden Sie auch auf unserer Hompage unter der Rubrik „Aktuelles“:

Kontakt: 

Dr. med Anne Sittl
E-Mail: anne.sittl@gmx.de
Whatsapp: +49 176 3873 5090
Tel : +233 56 0584 149

 

Wir danken allen Spendern, die unsere Arbeit unterstützen. Nur durch Ihren Beitrag und Ihr Vertrauen können wir unsere Projekte realisieren. Doch wir brauchen weiterhin Ihre Mithilfe.

Wie auch Sie uns helfen können, erfahren Sie in unserer Rubrik Spenden 

 

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